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BFC Eichkamp - FC Eisern Berlin

Wir reisen ein Jahr zurück. Es ist die Vorweihnachtszeit 2014. Wie aus heiterem Himmel, erfahren wir, dass sich unsere Jungs, der damaligen 3. Von uns abkapseln möchten und ihr eigenes Ding machen wollen. Viele Worte wurden gewechselt, auch einige nicht so schöne. Aber das ist ein für alle Mal Vergangenheit. Man geht nun respektvoll miteinander um und so zählt nur noch das sportliche. Und da sind die Jungs vom FC Eisern Berlin ein starker Kontrahent, wenn es um den Kampf der vorderen Plätze geht. Da beide Vereine ein akzeptables erstes Saisondrittel absolviert haben, konnte man vorab keinen klaren Favoriten ausmachen. Tabellarisch waren wir knapp im Vorteil, Form und Kaderstärke eher der Gast. Gerade in der Defensive mussten wir auf wichtige Spieler verzichten und so ein wenig tricksen, um eine schlagkräftige Truppe auf den Platz zu bekommen. Dazu kamen einige angeschlagene Spieler, die nicht vollständig fit waren.

Lassen wir das Vorgeplänkel, für beide Seiten, war das ein besonderes Spiel. Der 1. Offizielle Vergleich beider Teams. Denn auch zu Zeiten unserer 3. Gab es kein offizielles Spiel gegeneinander. Und bei der Vergangenheit, einiger Spieler in Reihen der Gäste, die selbst für unser Team viele Spiele bestritten, war es ein ganz besonderer Vergleich. Zudem war es ein richtiges Derby, denn beide Mannschaften teilen sich die Arena in der Storkower Str. Man war also gespannt, wer diesen Geschichtsbucheintrag für sich entscheiden könnte. Der glorreiche BFC Eichkamp, oder das Hertha/Union-Projekt FC Eisern Berlin.

Kurz nach 8:00 versammelten sich die ersten Gesichter am Platz. Es lag etwas Besonderes in der Luft, Anspannung, Vorfreude, Angst, der Duft stinkender Fußballschuhe. Alles zusammen war der Duft eines besonderen Spiels. Beide Teams begrüßten sich freundlich und man ging über, in die Vorbereitung auf das Spiel. Ich kann nur aus unserer Sicht schreiben, aber unser Coach war seit Wochen angespannt und so näher der Anpfiff kam, umso fokussierter wirkte er auf den Rest der Welt. Ganz im Gegensatz zu seinen Jungs, da flaxte man in der einen Ecke, da kicherte man in der anderen. Die Zeit verging und beide Teams waren spielbereit. Sachse appellierte an seine Jungs, wirklich alles zu geben und sich selbst zu belohnen. Pünktlich um 09:30 sollte der Ball rollen.

Vor einer Rekordkulisse von rund 40 Zuschauern war es ein ausgeglichenes Abtasten auf beiden Seiten. Eichkamp besaß den Ball, Eisern stand kompakt und lauerte auf Konter. Nach 10 Minuten wurde der wuselige Tim Lück unsanft von den Beinen geholt. Freistoß knapp am Strafraum. Der Schiri stellte die Mauer, Nam berührte den Ball und Christian Barthalome schoss aufs Tor. Oh Verzeihung, ins Tor. Flach durch die Mauer ins linke Eck. Schönes Tor und schöner Jubel. Das Spiel blieb weiterhin ausgeglichen, zwar hatten wir mehr Ballbesitz und konnten zu 2,3 kleineren Torchancen gelangen, dennoch mussten wir auf die schnellen Stürmer in Reihen der Gäste aufpassen. Anders beschrieben, wenn wir keine Fehler machen würden, dann sollte da nicht schief gehen. Naja, ihr könnt euch euren Teil denken. Ball ging über rechts, Zweikampf verloren, Eisern zog mit Tempo Richtung Tor. Von links nach rechts, guter Pass in den Rücken der Verteidigung und schon stand es 1:1.

Also waren wir wieder bei null. Eine Minute später Freistoß für Eisern am eigenen Strafraum. Langer Hafer Richtung Tor, eigentlich keine Gefahr, aber unser Verteidiger kam nicht ran und unser Tw zählte gerade die Wolken. Irgendwie wurde der Ball vom Stürmer oder Torwart leicht berührt und so stand es unnötig 1:2. Eichkamp steckte aber nicht auf. In der Folge suchten wir die Abschlüsse. Aber ein Geschenk wollten wir noch machen. Wieder Ballverlust im Spielaufbau, Eisern kam mit Mann und Maus vors Tor, gut ausgespielt und Zack stand es 1:3. Das war zu diesem Zeitpunkt äußerst bitter. Da unsere Gäste aus 3 Fehlern bzw 2 Chancen 3 Tore machten. Mega effektiv und eine bittere Pille, für alle Anhänger der Eichkämper.

Wer uns kennt, weiß, dass dies auch locker eine Vorentscheidung hätte sein können. Aber nicht heute, anstatt die Köpfe hängen zu lassen, kniff man die Arschbacken zusammen und probierte alles Erdenkliche um wieder zurück ins Spiel zu kommen. Da Eisern zu dieser Zeit, weiter auf die Vorentscheidung spielte, ergaben sich Räume für unsere Offensive. Zweikampfstafette in Gegners Hälfte, kluger Pass, rechts raus zu Lukas Klosowski. Er um kurvte die Verteidigung, flacher harter Pass an den 2. Pfosten, wo Christian Granat Goldrichtig stand und verdient zum 2:3 verkürzte.
Gute halbe Stunde war vergangen und die Hausherren waren am Drücker. Chancen im Minutentakt, die von der Verteidigung bzw. Torwart gut vereitelt wurden. Nachdem die Gäste den Ball nicht klären konnten, zog Marco aus der 2. Reihe mal ab, etwas glücklich kam der Ball zu Tim und er konnte mit seinem 1. Saisontor (JA 1. SAISONTOR) den 3:3 Ausgleich erzielen. Das Ergebnis war Ausgeglichen, dass Spiel nicht. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur eine Mannschaft die das sagen hatte. Mit etwas Glück (hätte mal der Torwart gleich das Leibchen angezogen ;-)) konnten wir sogar kurz vor der Halbzeit wieder in Führung gehen. Fehlpass in der Verteidigung, Lukas Klosowski spekulierte richtig, legte sich den Ball auf den rechten und schlenzte ihn Unhaltbar in die rechte Angel. Kurz darauf war Halbzeit. Starkes Comeback nach 1:3 Rückstand. Beide Teams schworen sich noch einmal auf die kommenden 45 Minuten ein. Eichkamp hat bis auf die Gegentore vieles richtig gemacht, dennoch waren wir gewarnt und wollten mit vollem Einsatz dieses Spiel für uns entscheiden.

Nach kurzer Nebelshow der Gästefans (immer diese Ultras) ;-) konnte die´2. Hälfte beginnen. Eisern kam noch einmal motiviert aus den Kabinen. Sie attackierten nun früher und suchten häufiger den Abschluss. Dennoch war es jetzt ein ausgeglichenes Spiel. Und gerade in der Drangphase konnte Tim Lück Humorlos mit einem Strahl aus halbrechter Position ins untere linke Eck den Vorsprung auf 2 Tore erhöhen. In den folgenden Minuten warf unser Gast wirklich alles nach vorne. So konnten sie sich mehrere gute Chancen erspielen, die teilweise kläglich vergeben, oder mit grandioser Verteidigungsarbeit entschärft wurden. Ein weiteres Tor wäre zu diesem Zeitpunkt schon verdient gewesen. Aber rund 15 Minuten vor dem Ende spielte Nam links raus zu Tim Lück und er dribbelte sich durch die Reihen seiner Gegner. Heute gab es nur zwei Möglichkeiten bei ihm, entweder wurde er gefoult, oder es wurde gefährlich für die Mannen in dunkelblau. Jetzt wurde es wieder mal gefährlich, er zog ins Zentrum, durch gefühlt zwanzig Beine und konnte den Ball mit einer hervorragenden Technik ins Tor buxieren. Tor Marke Traumtor. Das war ein ganz wichtiger Schritt Richtung Heimsieg.
Dieses Gegentor zog Eisern ein wenig den Zahn, man wechselte zwar noch ein paar Mal durch, aber so richtig gefährlich, wie es vor dem 6. Gegentor war, wurde es nicht mehr. Ganz im Gegenteil, zu diesem Zeitpunkt stand unsere Verteidigung hinten stabil und wir vergaben einen Konter nach dem anderen. Ein verunglücktes Anspiel auf Tim Lück wurde noch einmal durch den Gästetorwart scharf gemacht und so konnte Tim Lück mit der Hacke das alles Entscheidende 7:3 erzielen.

Es waren zwar noch 10 Minuten zu spielen, aber der Drops war gelutscht. Eisern bemühte sich noch mal ein wenig und Eichkamp vergab noch den einen oder anderen Konter. Als wir einmal nicht effektiv klären konnten, verkürzten die Gäste nochmal auf 7:4. Aber dies war nichts weiter als Ergebniskosmetik. Um 11:14 war es dann soweit. Der BFC Eichkamp konnte nach 90 Minuten weitestgehend fairen Kampfes, verdient als Sieger vom Platz gehen. Zwar wurde die Partie durch den meist überforderten Schiri unnötig hitzig, aber alles im allen blieb es absolut fair. Wir möchten uns bei unseren Gästen nochmals bedanken, denn trotz Niederlage waren sie alle sportlich fair. Wir freuen uns auf das Rückspiel und wünschen eine verletzungsfreie restliche Saison.

Noch einmal kurz zurück zu uns. Was uns heute den Sieg bescherte, war der totale Wille dieses Spiel zu gewinnen, der Einsatz aller Spieler, defensiv, wie offensiv und das Auftreten als Team.

Nachdem einigen, zentnerweise Steine vom Herzen gefallen sind, vor allem unserem Coach, freute man sich über diesen Sieg und ließ diesen Triumpf auf uns wirken. Mit den vorhandenen Unterstützern trank man noch genüsslich das eine oder andere Siegerbierchen und fokussierte sich ganz nebenbei auf die kommenden Partien. Denn im Enddefekt waren das heute auch nur 3 Punkte. Am kommenden Freitag müssen wir Auswärts bei den Ligafavoriten von RFA 2/Schnappes ran. Dies wird gerade wegen der bescheidenen Anstoßzeit ein äußerst schwieriges Unterfangen.

Aber bis dato genießen wir noch einmal den Eintrag in die Geschichtsbücher und den Nikolausigen Derbysieg!!!

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